Gemächlichen Schrittes schreiten wir aus dem Teak-Wald zum Fluss hinunter. Über der Wasseroberfläche des Khan-Rivers ziehen die letzten Morgennebenfetzen talwärts. Tom Kun, unser 45-jähriger Elefantenbulle ist trittsicher und bereit fürs morgendliche Bad. Auf seinem Kopf wackle ich gemütlich, fast schon königlich zum Morgenbad. Während Lia bereits ihren kleinen Elefantenjunge Tong Sai besteigt, sind wir noch beschäftigt mit dem Waschen der staubigen Elefantenrunzeln. Bald sitzt die ganze Familie auf den grauen Riesen, um den Fluss zu überqueren und dann durch den Dschungel zum Fütterungsplatz zu reiten.
200 kg Grünfutter verzehren sie pro Tag, was die Haltung zu einem kostspieligen Faktor macht. Bei der richtigen Fütterung sind
sie jedoch sehr robust und wenig anfällig für Parasitenkrankheiten oder Infektionen. Wir verfüttern ihnen vor allem Ananaskraut, das zur Zeit neben der Waldnahrung als Ergänzung Kalorien bringt. Hunger haben sie pausenlos und fressen deshalb auch immer, wenn sie nicht gerade beschäftigt sind. Über das Fressen läuft dann auch jede Erziehung und Zähmung der Elefanten. Beim Fangen wilder Tiere werden sie während Tage angebunden und mit Hungerkuren und systematischer Diät gezähmt und dem Menschen fügig gemacht. Alle erklären uns denn auch, dass die grauen Kerle nur dann richtig wütend werden, wenn es an Futter mangelt.
Das Elefantenbad in der Abendsonne wird zum Höhepunkt eines spannenden Ausbildungstages. Die Elefantenführer geniessen das Rumspritzen ebenso wie wir, denn eine Hochdruck-Rüsseldusche ist jedesmal ein Vergnügen. Das Bad mit den 10 Elefanten endet in einem regelrechten "Happening", wo alle puddelnass und durchgeschüttelt aus dem inzwischen mit Elefantenmist bespickten Flusswasser steigen. Schliesslich bringen Lia uns Simea "ihre Elefanten" in den Wald hinaus zur wohlverdienten Fress-Nacht-Ruhe, wo sie sich zwischen Bambus und Teakgehölz genauso gemächlich zerstreuen, wie sie am Morgen aufgetaucht sind.
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